„Transformative Wissenschaft – eine neue Ordnung im Wissenschaftsbetrieb?“ – Armin Grunwald antwortet auf Peter Strohschneiders Kritik an der „Transformativen Wissenschaft“

In der aktuellen GAIA verteidigt Prof. Dr. Armin Grunwald die Idee der Transformativen Wissenschaft. Er bezieht sich dabei auf einen Artikel des DFG-Präsidenten, Prof. Dr. Peter Strohschneider, der sowohl den Ansätzen der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung als auch der Transformativen Wissenschaft vorwirft, durch eine zu starke Lösungsorientierung und Entgrenzung die Idee eines unabhängigen wissenschaftlichen Erkenntnisinteresses zu gefährden. Armin Grunwald greift die zentralen Kritikpunkte Strohschneiders auf und zeigt am Beispiel der aktuellen internationalen und nationalen Praxis der Nachhaltigkeitsforschung, dass es in diesen Ansätzen nicht um ein gegenseitiges Ausspielen sondern um eine Balance zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und praktischer Relevanz geht. Weiterhin zieht Grunwald eine Analogie zur historischen Entwicklung der Technikwissenschaften, die sich am Beginn ihrer wissenschaftlichen Etablierung ähnlichen Vorwürfen des Solutionismus und der Wertgebundenheit von Forschung ausgesetzt sah. Ihre erfolgreiche Verankerung im Kanon der Disziplinen zeigt nach Grunwald, dass sie nicht – wie zunächst befürchtet – die wissenschaftlichen Qualitätskriterien abgeschafft hat, sondern zu einer inhaltlichen und methodischen Erweiterung der Wissenschaftslandschaft beigetragen hat.

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